Hippokrates von Kos (460 v Chr. bis 370 v Chr., 90 Jahre) gilt als der berühmteste Arzt des Altertums.

Er gilt als Begründer der Medizin als Wissenschaft. Im zweiten Jahrhundert n. Chr. kam es zu einer Hippokrates – Renaissance, zu der Galen (129 bis 216, 87 Jahre) entscheidend beitrug. In allen Texten des Corpus Hippokraticum ist das allgemeine Bestreben um eine Medizin, die auf der vernunftgemäßen Naturbeobachtung basiert, zu erkennen. Zur Zeit des Hippokrates gab es zwei Ärzteschulen:
die koische Schule und die knidische Schule. Die koische Schule geht von einer allgemeinen Erkrankung mit individuellen Abwandlungen aus – die knidische Schule von lokalisierbaren Einzelerkrankungen. Die koische Schule wendet sich von den überkommenen magischen – religiösen Vorstellungen radikal ab und erklärt die Krankheiten naturphilosophisch. Sie postuliert ein Ungleichgewicht der vier Körpersäfte – Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle – die Symptome werden nicht durch übernatürliche Ursachen hervorgerufen, sondern sie dokumentieren das Bestreben des Körpers, kranke Säfte unschädlich zu machen und auszustoßen. Im Weiteren war Hippokrates der Ansicht, dass zwischen Körperbau und Charakter ein Zusammenhang bestehe.

Der römische Arzt griechischer Herkunft (129 bis 216, 87 Jahre) Galen suggerierte ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Körperbau und Charakter. Auch moderne Psychologen und Psychiater wie Carl Gustav Jung (1875 bis 1961, 86 Jahre)  und Ernst Kretschmer (1888 bis 1964, 76 Jahre) entwickeln ähnliche und entsprechende Typologien. Hermes Trismegistos (der dreimal große Hermes), gilt als der Begründer der Hermetik (griechisch – und mittel- lateinisch: Luft- und wasserdicht verschlossen, also: „für Unbefugte nicht zugänglich“) und der Alchimie. Manche Menschen vergleichen diesen ägyptischen Eingeweihten mit dem ibisköpfigen Gott Thot.

Thot wird in der alt-ägyptischen Kultur – in Mysterienkulten –  als Totengeleiter, als Hüter der Weisheitssuchenden und als Gott der Initiation verehrt.
Die Griechen nannten ihn Hermes, die Römer Mercur-ius (Quecksilber). Dieser Götterbote soll den Menschen die Schrift und das Wissen über Philosophie, Musik, Dichtung, Astrologie, Alchimie und Medizin gebracht haben. Die Bezeichnungen Alchimie und Hermetik werden von einigen wissenschaftlichen Autoren synonym verwendet, was nur richtig ist, wenn man unter Alchimie nicht nur die “Labor Alchimie”, sondern auch die seelische – symbolische Alchimie versteht. Aus der Labor Alchimie wurde das moderne naturwissenschaftliche chemische Labor. Auch das Wort “Magie” erscheint zuweilen als Synonym für Alchimie, aber wiederum ist auch hier Vorsicht angebracht. Die Magie umfasst ein weit größeres Feld als nur die Alchimie. “Magische Praktiken” waren nicht unbedingt identisch mit den alchemistischen Praktiken. Magie muss wiederum in weiße Magie und schwarze Magie unterschieden werden.

Ein Schlüsselwerk der Hermetik ist der “Corpus Hermeticum“, der dem Hermes Trismegistos zugeschrieben wurde.

Der Mönch Leonardo de Pistoia hatte 1460 aus Griechenland ein Manuskript mit nach Italien gebracht, das Cosimi de Medico, der Stadtherr von Florenz, von Marsilio Ficino (1433 bis 1499, 36 Jahre) ins Lateinische übersetzen ließ. Aus den 17 im Jahre 1473 als Corpus Hermeticum veröffentlichten Texten entwickelte die abendländische hermetische Esoterik die Grundlagen ihrer Weltanschauung.

Der Engländer Isaac Casaubon wies 1614 nach, dass die Schrift frühestens dem Beginn der christlichen Zeitrechnung entstammen kann, da mehr neuplatonisches, gnostisch – christliches und jüdisches Gedankengut darin enthalten sind als ägyptisches.

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